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Kunst im Haus der sieben Laster
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Kunst im "Haus der 7 Laster"

Limburg: Bischofssitz mit beeindruckendem Dom und schöner Altstadt - ein majestätischer Anblick, vervollständigt durch die malerisch dahinfließende Lahn. Dieter Voss ist wieder unterwegs auf der Suche nach Menschen und ihren Geschichten.

Eines der Kleinode der Limburger Altstadt ist das "Haus der sieben Laster", das mittlerweile weitestgehend sanierte, reich verzierte Fachwerkhaus aus dem Jahr 1567. Ein herausragendes Merkmal dieses Hauses, am ursprünglichen Schuhmarkt gelegen, sind die geschnitzten Fratzen am Deckenbalken über dem Eingang zum Museum. Durch diese Köpfe, interpretiert als die biblischen "sieben Laster" (Hochmut, Neid, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Zorn, Trägheit und Geiz), wurde dieses Haus bekannt und berühmt. Die Köpfe wurden wahrscheinlich ursprünglich zur Abwehr böser Geister beim Umbau oder Neubau des Anwesens im Jahre 1567 angebracht.

Vildan Hillenbrand hat mittlerweile einen kleinen Musums-Shop im "Haus der 7 Laster" eröffnet. Hier kann man neben vielen originellen Kunstwerken vor allem Postkarten, "Ablassbriefe" und auch Abgüsse der Laster-Köpfe erwerben.

Den ganzen Bericht von hr-online zur Sendung können Sie hier lesen.


Haus der sieben Laster "Nassauische Neue Presse" vom 9.1.2008:

Kleinod in der Limburger Altstadt

Von Gundula Stegemann

Limburg. Es gehört zu den imposantesten Häusern in der Limburger Altstadt. Und es regt seit jeher die Fantasie der Menschen an: das „Haus der sieben Laster“ in der Brückengasse. Nun strahlt das Fachwerkhaus, das vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde, im neuen, alten, Glanz. Die Fassade ist restauriert, und im Erdgeschoss hat Inhaberin Vildan Hillenbrand ein kleines Museum sakraler Kunstgeschichte eröffnet.

Vor sieben Jahren hat die aus Schweden stammende Besitzerin zusammen mit ihrem Mann, dem Kunsthistoriker, Gunnar Hillenbrand, das Fachwerkhaus erworben. Jahrelang waren sie zwischen Frankfurt und Köln an Limburg vorbeigefahren, bis sie beschlossen, einen Abstecher nach Limburg zu machen. Sie besichtigten die Altstadt, in der das „Haus der sieben Laster“ gerade zum Verkauf stand. „Es war wie Liebe auf den ersten Blick. Wir waren uns sofort einig: In diesem Haus in dieser Stadt wollen wir leben“, sagt sie. Sie reisten zurück nach Schweden, verkauften ihr Anwesen auf einer idyllischen Halbinsel vor den Toren Stockholms und tauschten ihr dortiges Leben gegen das in der Limburger Altstadt ein. Mitarbeiter vom Freien Institut für Bauforschung und Dokumentation der Universität Marburg haben das Fachwerkhaus damals untersucht und dokumentiert.

Mit Liebe zum Detail haben die neuen Besitzer das Haus innen saniert, restauriert und dabei selbst mit angepackt. „Das Haus hat eine sehr schöne Substanz, die wir erhalten wollten“, sagt Vildan Hillenbrand. „Also haben wir sämtliche Verkleidungen, Vertäfelungen, Linoleumböden – kurz: alles, was nicht original war – abgebaut. 30 Tonnen Schutt haben wir im Rahmen der Sanierung hinausgetragen.“ In einigen Räumen stießen die neuen Inhaber auf Originalfarbe an der Wand. Fachgerecht ließen sie sie freilegen, machten sie sichtbar und ließen sie somit in die moderne Wohnatmosphäre einfließen. Die alte Spindeltreppe wurde wieder hergestellt. Und im Dachgeschoss konnte die alte Jungfernkammer, in der einst das Personal des Hauses untergebracht war, erhalten werden.

Haus der sieben Laster vor der Restaurierung - Foto mit freundlicher Genehmigung von Sascha Braun Voller Engagement und Tatendrang tauchte das Ehepaar in die Geschichte des Hauses ein, um aus diesem Haus ein Kleinod werden zu lassen. Alles, was alt und nur annähernd erhaltenswert schien, haben sie in mühevoller Kleinarbeit zum Vorschein gebracht und als Zeugnis vergangener Zeiten bewahrt. Auf jedem Quadratmeter kann man die Geschichte des Hauses förmlich erspüren.

Zwischenzeitlich verstarb Gunnar Hillenbrand. Doch die Schwedin führte die Sanierung weiter, ließ nun im Laufe des vergangenen Jahres den Putz, der im Auftrag des Denkmalschutzes der Stadt Limburg entfernt worden war, ausbessern und erneuern. Außerdem mussten einige Balken ausgetauscht werden.

Im Erdgeschoss hat sie ein kleines Kunstmuseum eingerichtet, in dem sie sakrale Kunstgegenstände aus den vergangenen 2000 Jahren zeigt. Jeden Tag treten zahlreiche Besucher ein und besichtigen die sakrale Kunstgalerie mit ihren Exponaten. Im Museumsshop bietet Vildan Hillenbrand die sieben Laster in Form verschiedenartiger Souvenirs an. So erfährt man auf Postkarten und in Ablassbriefen Wissenswertes über Unkeuschheit, Zorn, Hoffart, Trägheit, Neid, Unmäßigkeit, Geiz. Demnächst sollen alle sieben Laster auch als Masken und Pralinés erhältlich sein.


























  
  
  
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